Freitag 17. November 2017

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Kolnberger Margit 26.04 2011
Ein behindertes Kind, und später ein behinderter Erwachsener ist eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Wir sollten wieder von der Illusion wegkommen, dass alles machbar und planbar sei, und an der Vielfalt der Lebensmöglichkeiten lernen, und die damit verbundenen Herausforderungen annehmen. Natürlich sollte gerade ein so reiches Land wie Österreich den betroffenen Eltern und Kindern möglichst viel Unterstützung zukommen lassen, damit die ohnehin unvermeidlichen Belastungen durch ein behindertes Kind einigermaßen ausgeglichen werden. Mein behinderter 11-jähriger Sohn ist auf jeden Fall ein tägliches Wunder für mich, und manchmal tun mir die Eltern gesunder Kinder leid, die dieses Wunder scheinbar nicht so bewusst erleben dürfen, weil alle Entwicklungsschritte ihrer Kinder so selbstverständlich ablaufen. Ich mache ständig die Erfahrung (selbst und durch Gespräche mit betroffenen Müttern), dass es bereits relativ viele Unterstützungsmöglichkeiten gibt, diese jedoch schwer zugänglich, nicht ausreichend bekannt oder aufwändig zu beantragen sind. In diesem Bereich, speziell auf der Informationsebene und Vernetzungsebene ist meiner Meinung nach noch sehr viel zu tun. Natürlich auch im Bereich Integration/Inklusion, denn ich kann nicht behaupten, dass unsere Gesellschaft Behinderte schon so selbstverständlich akzeptiert und ihre Rechte verwirklicht, wie es nötig wäre. Es ist noch viel zu tun!
Margit Kolnberger
Kirchner Georg 20.04 2011
Eltern von Kindern mit Behinderung sollen jede erdenkliche Unterstützung erhalten, um ihrem Kind ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen!
Reich Helene 18.04 2011
Ärztin
ich sage auch: ein kind ist NIEMALS ein schadensfall, das zu behaupten wäre faschistoid und damit falsch; ich bin jedoch dafür, den betroffenen Geld für die mit Behinderung verbundenen MEHR kosten zukommen zu lassen; oft müssen betroffenen jahrelang streiten, dfas muß doch nicht sein..
Blum Luitgard 14.04 2011
r.k.Religionslehrerin
Heute noch kann es sein, dass "gesundes" Leben durch Krankheit, durch Unfall oder durch ein Verbrechen in ein behindertes Leben umschlägt, alle Lebensbedingungen sich ändern. Heute noch kann es sein, dass ich, dass du, hilflos werden - und Hilfe, notwendige Unterstützung brauchen.
Heute noch kann es sein, dass wir zu "Schadensfällen" in der Gesellschaft werden und "ausgeschieden", als abnorm diskriminiert oder gar irgendwann eliminiert werden - wie in der Vergangenheit schon geschehen.
Es gibt Menschen, die ihr Leben meistern - trotz massiver Behinderung, die Großartiges leisten - und Hochachtung verdienen. Manche davon leben bewusster, dankbarer, bewusster als viele "vollkommen Gesunde".
In gewisser Weise ist jedes von uns behindert durch irgendein Unvermögen.....!

Leben ist Geschenk, uns gegeben - und gerade das Kleine, das Schwache, das noch Ungeborene, das Werdende, braucht Schutz von den Starken, den sogenannten Gesunden. Kinder sind kein Schadensfall!
Familien zu unterstützen, die sich der Aufgabe stellen, ihr behindertes Kind liebevoll zu umsorgen, das ist Aufgabe für unsere Gesellschaft.
Danke allen Eltern, die ihr Kind im Mutterleib trotz zu erwarteter Behinderung annehmen und ganz bejahen.
DAnke allen, die diese Familien begleiten und unterstützen.
Jäger Elfi 13.04 2011
VS- Lehrerin
Als Lehrerin in einer Integrationsklasse -seit 20 Jahren- habe ich erlebt, wie wichtig diese Kinder für uns "Gesunde" sind! So vieles können wir durch sie lernen, indem wir mit ihnen leben und arbeiten, feiern und spielen!
Von ihnen lernen wir die Einfachheit der Freude, unkomlizierte Zuneigung (das hängt aber von der Art der Behinderung ab).
Ich durfte lernen, sie ein wenig mit Gottes Augen zu sehen und weiß: Sie sind unendlich wertvoll!
Kröll Martina 13.04 2011
Ich habe von der Menschheit ein Bild wie von einem Körper, einem Baum, einem Garten - jedenfalls wie von einem großen Ganzen.

Jeder Mensch, ob Kind, Erwachsener, Greis, behindert oder gesund, hat einen ganz bestimmten Platz und eine Aufgabe.
Die Aufgabe von kranken, behinderten, alten Menschen scheint mir keineswegs weniger wichtig als die von Gesunden / Jungen .

Wenn wir beginnen, mit unserem begrenzten Horizont zu urteilen, wessen Aufgabe sinnvoller und wichtiger ist bzw. wer keine Aufgabe hat oder gar nur Belastung ist, dann glaube ich, dass das für die gesamte Menschheit enorme Folgen hat.
Denn wir nehmen und die Möglichkeit, von denen zu lernen, die uns Wichtiges zu sagen haben, von denen wir Wichtiges lernen können.
Dadurch fügen wir also nicht nur den alten, kranken, behinderten Menschen Schmerzen zu, indem wir sie degradieren, sondern auch allen anderen.
Ich glaube, es ist höchste Zeit, von denen zu lernen, die uns von Wichtigerem erzählen können als von Macht und Erfolg.

Martina Kröll
Niemandsfreund johanna 12.04 2011
Pens. Krankenschwester
Ich kenne eine Familie deren Sohn hat Down-Syndrom. Beide Elternteile sagten was das für eine Bereicherung für sie war und ist. Wenn ich auf Besuch komme begrüßt er mich immer freundlich mit meinem Familiennamen weil ihm der besonders gefällt. Finde es sehr traurig und unwürdig solche Kinder schon im Mutterleib zu diskriminieren indem man ihnen das Recht auf Leben verwehrt.
fry marlene 11.04 2011
Jeder Mensch hat eine von Gott gegebene Würde und ist wertvoll und einzigartig.
Wie können wir uns anmaßen, zu beurteilen, welches Kind leben darf und welches nicht? Wie können wir wissen, was aus diesem Kind einmal wird, und welches Potential (zum Guten UND zum Bösen) in ihm schlummert!
Es kann ja passieren, dass sogenannte "normale" Kinder später zu Übeltätern oder grausamen Menschen werden. Andere wieder denken voll Stolz, sie seien aufgrund ihrer Leistungen und Begabungen besser oder wertvoller als andere. Wieviel Freude und Zuneigung und Echtheit und Tiefe man durch und mit einem "behinderten" Kind erleben kann, ist für Außenstehende vielleicht nicht zu verstehen, ist aber ein Schatz, den man nicht missen möchte.
Schmidt Harald 07.04 2011
Medizintechniker
Sind unsere Kinder wie schon unsere Tiere Sachen?
Einen Schaden, den man ersetzen kann, kann es nur bei einer Sache geben.
Wer speziell Kindern mit Behinderung die notwendige Förderung verweigert, hat noch nie erlebt, WIE sich z.B. Mehrfachbehinderte freuen, wenn ihnen EINMAL etwas Aussergewöhnliches und Gutes wiederfährt. Gottseidank darf ich bei diversen Aktionen der ToyRun, bei der ich seit vielen Jahren mitarbeite (www.toyrun.at ) das immer wieder erleben.
Müller-Melchior Sabine 07.04 2011
Dipl. Lebens-und Sozialberaterin/aktion leben St. Pölten
Ich erinnere mich gerne an einen Nachmittag, den ich vor vielen Jahren erlebt habe. Wir waren bei einer Familie eingeladen, die eine Tochter mit Down-Syndrom hatte. Ich war damals ca. 14 Jahren alt, einige Freunde von mir waren auch dabei. Wir alle waren etwas unsicher, wie wir mit dem Down-Syndrom-Mädchen umgehen sollten. Das Mädchen ist uns ganz unbekümmert offen, fröhlich lachend entgegengekommen. Dadurch haben auch wir bald unsere Scheu abgelegt und einen wunderschönen gemeinsamen Nachmittag verlebt. Die Herzlichkeit dieses "behinderten" Mädchens ist mir noch sehr lebendig in Erinnerung.

Jetzt stelle ich mir öfters die Frage, ob dieses Mädchen in der heutigen Zeit noch auf die Welt kommen würde. Wenn ja, als "Schadensfall"?
Hochauer Walter 27.03 2011
Es gibt mehrere Gründe, warum ich Schadenersatz ablehne. Ein Mensch darf niemals als Schadensfall gelten. Dies wirft nämlich eine gefährliche Fragestellung auf. Wann ist ein Leben lebenswert, und wer darf dies beurteilen? Es ist nicht so lange her, dass im deutschen Sprachraum behinderte Menschen als Schadensfall für die Gesellschaft galten und wenig später systematisch ermordet wurden. Jede Art von Selektion öffnet ein Stück weit dieses Tor.
Bereits jetzt lastet ein großer Druck auf Eltern von Kindern, die bei den vorgeburtlichen Untersuchungen irgendwelche Entwicklungsdefizite aufzuweisen hätten. Wenn nun Ärzten eine Anklage wegen Schadenersatz droht, werden viele allein schon aus Vorsicht um ihre Existenz vor einer Behinderung warnen. Solange vorgeburtliche Untersuchungen allein der Selektion dienen, kann ich derartige Untersuchungen mit meinen Gewissen nicht vereinbaren. Unweigerlich folgt dann eine Diskussion, wann ein Leben lebenswert ist. Der Mensch kann nicht bloß auf Nützlichkeit reduziert werden, oder ob er gewisse intellektuelle Fähigkeiten besitzt. Jemand, der nach einen schweren Unfall eine gewisse Zeit dies einbüßt, hat ebenso ein Lebensrecht wie Menschen, die von Geburt eine Behinderung haben. Spricht man dieses Lebensrecht ab, führt dies zu einer systematischen Euthanasie, die in weiterer Folge zu einer Verrohung der Gesellschaft führt. Ich wünsche mir keine Zukunft, in der es nur mehr Designerbabys gibt.
Neuberger-Schmidt Maria 25.03 2011
Obfrau Verein Elternwerkstatt
Wer darf beurteilen, wann Leben lebenswert ist? Leben ist immer ein Geschenk, auch wenn es behindert zur Welt kommt.

Maria Neuberger-Schmidt
Eggenweber Dorothea 23.03 2011
Als langjährige Unterstützerin und Werberin für die Anliegen der „AKTION LEBEN“ war ich sehr erfreute, dass zum Schutz ungeborener behinderter Kinder und auch zum Schutz der Ärzte, die eine solche Behinderung bei einer vorgeburtlichen Untersuchung übersehen haben, eine Unterschriften - und Meinungsaktion gestartet wurde, die hoffentlich von sehr vielen Frauen und Männern auch Ärzten/innen unterschrieben wird. Diese Petition soll dann ins Parlament eingebracht werden, damit dort keine Gesetze beschlossen werden, die den Lebenswert eines behinderten Kindes so gering achten, dass man es mit Recht abtreiben dürfe und der Arzt bestraft würde, der die Behinderung nicht erkannt oder diese nicht mitgeteilt hätte. Es sollten auch keine Frauen gedrängt werden, unbedingt eine Fruchtwasseruntersuchung zuzulassen, sondern eher davon abzuraten. Wer den Mut hat, auch ein behindertes ungeborenes Kind auszutragen, sollte dafür eine finanzielle Unterstützung vom Staat bekommen und keinen „Schadenersatz“ vom Arzt, weil ein Kind niemals ein Schaden sein kann.
Wieser Anna 21.03 2011
Ersatz für genau welchen Schaden?

Der Schaden hat Name und Gesicht;
liegt grad in seinem Bettchen und spielt mit seinen Zehen
läuft vielleicht schon, legt ein Puzzle, zählt bis zehn
und ist irgend jemands Herzbinkerl,
lacht übers ganze Gesicht.
Ja, eh lieb.
Aber der Schaden! Seht ihr den Schaden nicht?
Da ist doch sicher ein Chromosom zu viel!
Das ist doch nicht normal, und soll ja auch ganz schön
teuer sein, so ein Schaden.
Ja hätte man da nicht
na sollte man da nicht
ja könnte man denn nicht
zum Beispiel klagen! klagen! klagen!
AN-klagen. Und zwar wen in diesem Fall?
Vielleicht die Ahnen, die Genetik, den Zufall, den Partner, die Natur?
Diejenigen, die nicht verhinderten, dass er entstand, der Schaden?
Geht irgendwie nicht.
Dann soll geklagt halt werden, wer nicht erspähte, dass er zu töten war, der kleine Schaden
mit Herzspritze im sechsten, siebten Monat
und also als erzwung'ne Totgeburt
keinen solchen Schaden anrichtete
wie er jetzt da liegt und lacht.
Kapiert?
Der Schaden hat Name und Gesicht.
Das kann ruhig lachen
derweil der Anwalt seiner Eltern formuliert,
wie fix sie es doch abgetrieben hätten,
im vorenthaltnen Wissen darum,
was vorgeburtlich nicht gesehen wurde.
Bitte, bei all den Möglichkeiten heute!
Und wenn der Schaden wächst
und mitkriegt, was geschieht,
dann kann er seine Eltern einmal fragen
wieviel sie denn bekommen haben
für ihn, den haftbar ungetöteten
SCHADEN.

Nach der Poesie die Fakten:
(hier wie in der OGH-Diktion Schaden nicht unter Anführungszeichen)

- 97 % aller neugeborenen Kinder sind schadenfrei
- die meisten Schäden entstehen erst während oder nach der Geburt
- nur etwa 5 % aller Schäden sind pränatal erkennbar
- davon sehr schön erkennbar der Schaden Trisomie 21 (davon kommt Down-Syndrom)
- um der Haftung für eine "wrongful birth" zu entgehen, werden auch völlig unbeschädigte Embryos abgetrieben, was aber die Mutter dann eh nicht erfährt
- die meisten Angehörigen von Kindern mit Down-Syndrom leben einen unbeschädigten Familien- und Arbeitsalltag
- Menschen mit Down-Syndrom leiden nicht an ihrem Schaden, sondern an ihrer schadstoffreichen Umwelt
Müssten dann nicht eigentlich SIE entschädigt werden?
(Bitte um Hinweise, an wen sie ihre Schadenersatzansprüche – für Lieblosigkeit, Ignoranz, Bildungsverweigerung, Inkompetenz … stellen können)

Nach den Fakten die Behauptung:
Es gibt kein Recht auf ein perfektes Kind. Es gibt keine Garantie für ein perfektes Kind.
Um es mit Erich Kästner zu sagen: " … seien wir ehrlich: leben ist immer lebensgefährlich"
Keferböck Andrea Maria 20.03 2011
Angestellte des Diakoniewerks
Was muss ein Mensch empfinden, wenn er erfährt, dass er für seine Eltern ein "Schadensfall" ist?
Ich finde es einfach nur unmenschlich, dass solche Diskussionen in einer "aufgeklärten" und reichen Gesellschaft überhaupt geführt werden müssen! Kein Mensch ist ein Schadensfall, nach meinem Glauben sind wir alle Kinder Gottes!
Wer öfter mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu tun hat, weiß wie überaus herzlich und authentisch sie auf ihre Mitmenschen reagieren!
Daher muss dieses Gesetz schleunigst repariert werden, gleichzeitig müssen aber Familien mit besonderen Kindern ausreichend finanzielle Unterstützung, aber auch Wertschätzung und Achtung von Seiten ihrer Mitmenschen erfahren!
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