Freitag 17. November 2017

Inhalt:

Schachinger Anita 17.03 2011
Wenns nach dem unmöglichen Gerede geht, dann bin ich eindeutig ein Schadensfall, denn ich bin mit doppelter Sinnesbehinderung geboren worden. Ich bin heute noch meinen Eltern sehr dankbar, daß sie mich geboren haben, obwohl sie sehr früh erfahren haben, daß ich wohl ein behindertes Kind sein würde. Damals gab es noch keine Impfung gegen Röteln ... Trotz all der Problem, die meine Behinderung mit sich brachten und bringen, bin ich ein Mensch der sehr gerne lebt. Meine Eltern lieben mich so wie ich bin und haben mich genauso wie meine nicht behinderten Geschwister auf den Weg in ein möglichst selbständiges Leben begleitet. Sie haben viel einstecken müssen und geduldig mit und für mich gekämpft. Schulausbildung und Beruf waren nämlich alles andere als selbstverständlich!!! Ich werde weiter kämpfen - aber nicht nur für mich!!

Anita Schachinger, taubblind
Hagel Anneliese 16.03 2011
Kath.Frauenbewegung, Aktion Leben, Kneipp Aktiv C
Mit 42 Jahren vor die Entscheidung gestellt, eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen zu lassen um eine eventuelle Schädigung des Kindes festzustellen, verzichtete ich darauf.
Der Gedanke, dass ich mein Kind annehmen will, so wie es kommt und mein Schicksal mit ihm auf jeden Fall verknüpft ist, wie schwer es auch sein könnte, bescherte mir eine ruhige Schwangerschaft.
Überzeugt davon, dass Gott auch mit und für ein Behindertenleben seinen Plan hat und einen nicht aus seiner Hand fallen läßt, stärkte die Vorfreude auf das Baby, so darf ich ihm seit 29 Jahren dankbar für eine gesunde Tochter sein.
Liebig Friederike 16.03 2011
Hausfrau
Behinderte Kinder können auch eine Bereicherung sein! Alle Nichtbetroffene sollen glücklich sein!
Meyer-Schmidseder Sabine 16.03 2011
Hebamme
Sehr geehrte Engagierte!
Freue mich sehr, dass dieses Thema aufgegriffen wird. Die Geburtshilfe ist in eine zwiespältige Situation geraten, durch den Einzug der Juristerei in dieses "Geschäftsfeld". Die Leidtragenden sind alle, die Paare, das geburtshilfliche Personal, und die Kinder auch Ungeborene.
Heute leben wir mit einer Schwangerschaft auf "Probe", passen die Werte, dann kann das Kind eventuell kommen, und sonst halt nicht.
Die Norm ist zum Risiko geworden, über juristische Spitzfindigkeiten und Formfehler in der Dokumentation, kommt es zum Mißtrauen den werdenden Eltern gegenüber, (potentielle Klägerinnen).
Meine Vorstellung ist, das die Menschen wieder in ein Vertrauensverhältnis kommen, zu sich selbst, zum werdenden Leben, dass eine Frau in sich trägt. Der Umgang mit Schwangerschaft und Geburt soll miteinander neu entwickelt werden. Beratung aller Disziplinen sehe ich als unerlässlich.

Mit den besten Grüßen
Sabine Meyer-Schmidseder
Müller Christine 15.03 2011
Sonder/Heilpädagogin, Shiatsupraktikerin
Leben läßt sich nicht designen und auch nicht wirklich planen.
Es ist unglaublich, zu meinen, dass wir als menschliche Wesen ein Urteil darüber fällen können , was gut/schlecht, wertvoll/unwert, behindert/nichbehindert ist. Es ist vielmehr so, dass das Leben sich in unglaublich vielen verschiedenen Facetten zeigt. Uns einer dieser Facetten zu berauben bedeutet, uns um viele Erfahrungen ärmer zu machen.
Als Mutter eines Mädchens mit besonderen Bedürfnissen und auch in meiner Arbeit als Behindertenbetreuerin ist mir ganz deutlich bewusst geworden, dass unsere quasi normale Welt nur ein Ausschnitt dessen ist, was an Erfahrungen möglich ist. Menschen mit besonderen Bedürfnissen schenken uns einen Blick in Erfahrungsbereiche vor allem auf emotionaler und intuitiver Ebene, die uns in der heutigen Welt zu einem großen Teil schon abhanden gekommen sind.
Familien mit solchen Kindern/Erwachsenen die bestmögliche Unterstützung zu gewähren und sie als gleichwertigen Teil der Gesellschaft zu integrieren ist somit eigentlich ein kollektives Anliegen einer Gesellschaft, in der es nicht nur um lineares Gewinndenken gehen sollte.
Schadenersatz in diesem Zusammenhang zu fordern, ist hier absolut fehl am Platz. Ein Kind/ein Mensch/Leben kann niemals ein Schaden sein, sondern nur dazu gemacht werden.
Schlichenmaier Pia 13.03 2011
Osttiroler Verein Hand in Hand für und mit behinderten Kindern
Es raubt uns und unseren Kindern die Würde, wenn wir unsere Kinder verleugnen müssten um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Wenn wir behaupten müssten, wir hätten sie nicht gewollt, wir hätten sie abgetrieben falls wir gewusst hätten, dass unser Kind eine Behinderung hat. Das ist nicht in Ordnung! Ein Kind, ein Mensch kann nie ein Schadensfall sein! Aber ein Mensch soll die Unterstützung bekommen die er braucht um sein Leben möglichst selbständig zu gestalten. Vor allem hier in unserem schönen reichen Land. Um das zu erreichen, brauchen wir Familien noch viel Unterstützung.
Schuh Maria 12.03 2011
Volksschullehrerin
Ein Kind ist immer ein Segen.
Es ist niemals ein Schadensfall für die Gesellschaft.
Gruber Rudolf 09.03 2011
Katholischer Familienverband Salzburg
Die derzeitige Praxis der Rechtssprechungiskriminiert behinderte Menschen
Der Katholische Familienverband Salzburg unterstützt die Kampagne „Contra Schadenersatz“ der Aktion Leben Österreich. „Ein Kind, wie auch immer es zur Welt kommt und sich entwickelt, darf in einer humanen Gesellschaft nie wieder als Schadensfall gewertet werden“, fordert Dr. Marie-Luise Zuzan, die Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes Salzburg.
In ihrer Stellungnahme zur Kampagne „Contra Schadenersatz“ findet Frau Dr. Zuzan kritische Worte für die derzeitige Rechtslage. „Höchst unbefriedigend und diskriminierend“ sei die derzeitige Praxis der Rechtsprechung, weil sie eine Ungleichbehandlung von behinderten und nicht behinderten Kindern beinhalte.
„Ein gesundes – wenn auch unerwünschtes – Kind stellt für den OGH unter keinen Umständen einen ersatzfähigen Schaden dar. Ein behindertes Kind kann jedoch laut OGH zum Schadensfall werden“, argumentiert die Vorsitzende des Salzburger Familienverbandes. Dies sei eine klare Ungleichbehandlung vor dem Gesetz und würde von behinderten Menschen selbstverständlich als Geringwertung und Diskriminierung empfunden.
„Behinderung kann jeden Menschen treffen, selbstverständlich auch während und nach der Geburt“, weiß Kinderpsychologin Dr. Zuzan. Daher gebühre behindertem menschlichem Leben die volle gesellschaftliche Solidarität. Der erste Schritt in diese Richtung sei die rasche Änderung der derzeitigen Gesetzeslage jedoch bei unbedingt gleichzeitiger Einrichtung eines Unterstützungsfonds für Eltern mit behinderten Kindern.
Koller Ingrid 09.03 2011
aktion leben oö, Geschäftsführerin
"Es fehlt maßgeblich an Unterstützung von Eltern, die sich für ein Kind mit Beeinträchtigung entscheiden. Nicht nur beim Ja während der Schwangerschaft, sondern auch im Verlauf
des gemeinsamen Lebens. Die Veränderung des Schadenersatzrechts und vor allem die Stärkung von Familien mit behinderten Kindern in Form von sichergestellter Betreuung, später im Erwachsenenalter auch die Möglichkeit echte Sozialversicherungszeiten zu erlangen, sind bei weitem nicht gewährleistet. Solidarität und echte Integration finden dann statt, wenn jede und jeder von uns betroffene Familien durch ihre/seine Unterschrift der Petition unterstützt."
Melicher Mathias 06.03 2011
Steuerberater
Dass Leben ein Schaden ist, das kann nicht sein. Das hatten wir schon Mal in Österreich, und das darf nie wieder sein!
Lintner Martin M. 06.03 2011
a.o. Prof. für theol. Ethik
Eine Gesellschaft ist so human, wie human sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht; dazu gehören auch Kinder mit Behinderung. Eine humane Gesellschaft darf Kinder mit Behinderung unter keinen Umständen als Schadensfall ansehen - oder sie wird unmenschlich. Mich persönlich berührt das Zeugnis von Eltern zutiefst, die ein behindertes Kind trotz der enormen Belastung als "ihren Schatz" ansehen.
Unterkofler Rita 06.03 2011
Lebenshilfe Salzburg
1.Kinder sind keine Objekte. Niemand hat ein Recht darauf, ein Kind nach seinen/ihren Design-Wünschen zu bekommen.
2.Wenn Kinder/Menschen zum Spielball findiger Anwälte werden, die mit den Sorgen und Ängsten von Eltern Geschäfte machen, so ist diese Einstellung zutiefst abzulehnen.
3.Wer von uns - jeder möge sich an der Nase nehmen - ist perfekt und nicht in irgendeiner Weise auf Hilfsmittel angewiesen ( Brillen, Hörgeräte, veschiedenste Prothesen, Zahnersatz, ..)?
4. Wer kann für sich selber garantieren, nicht durch einen äußeren Umstand (Unfall, Krankheit) eine Behinderung zu erleiden?
5. Wir haben selbst einen Sohn mit einer sog. "Behinderung". Wir wußten auch nicht, wie sein weiteres Leben sich entwickeln wird (wissen wir das bei "gesunden" Kindern?), aber im Rückblick auf 25 Jahre können wir feststellen, daß er und wir viel voneinander gelernt haben, und wir haben immer einen Menschen um uns, der sich ein sonniges und kindliches Gemüt bewahrt hat.
Jedes Leben ist ein Abenteuer, eine Herausforderung und nicht immer bequem. Haben wir doch ein bißchen mehr Vertrauen, daß wir miteinander die Hürden bewältigen werden. Trauen wir uns auch , Hilfestellungen in Anspruch zu nehmen und zu unseren Problemen zu stehen.
Sulz Reinhold 04.03 2011
Student
Ich unterstütze diese Aktion vorbehaltlos.
Seidl Magdalena Rosalia 04.03 2011
OVB- Agentin
Es kann nicht sein, dass ungegbohrene Kinder "sicherheitshalber" sterben müssen. Weil Eltern den Arzt klagen könnten. Wer darf anderen das Recht aufs Leben absprechen?
Lebst du gern? Ab wann ist jemand behindert?
Bundespräsident Kirschschläger sagte: "Jede Gesellschaft, wird daran gemessen; wie sie mit den Schwachen umgeht."
Herzog Hubert 03.03 2011
Lehrer
Familien mit beeinträchtigten Kindern erfahren aktuell im Vergleich zu ihren Leistungen nach wie vor eine sehr geringe Unterstützung durch die Gesamtgesellschaft. Weder ein ungewolltes noch ein beeinträchtigtes Kind sollte als Schaden für die Gesellschaft gewertet werden dürfen. Das Leben in all seinen Formen sollte uns als Herausforderung genügen. Wer mit Beeinträchtigungen geboren oder durch Krankheit oder Unfall damit belastet wird, sollte jede mögliche Hilfe von der Gesellschaft zur Verfügung gestellt bekommen. Dafür die Voraussetzungen zu schaffen sollte das Ziel von menschenwürdiger Politik sein, nicht die Erklärung oder Bestätigung eines verhinderungswürdigen "Schadensfalles".
zur ersten Seite (e)  vorherige Seite (v)     1 2 3 4 5 6 7 8 9     nächste Seite (n)  zur letzten Seite (l)
aktion leben österreich, Dorotheergasse 6-8, 1010 Wien | PSK-Konto 7.331.600 | BLZ 60.000 | Tel. 01/512 52 21
aktion leben österreich, Dorotheergasse 6-8, 1010 Wien | PSK-Konto 7.331.600 | BLZ 60.000 | Tel. 01/512 52 21